Mit großen Schritten nach Vorne!

11.09.2021

Mitgliederversammlung und Abendveranstaltung Blue Shield Deutschland 2021

Am Samstag den 11.09.2021 fand die jährliche Mitgliederversammlung des deutschen Nationalkomitees Blue Shield in Dresden statt. Nachdem die letzte im Jahr Mai 2020 aufgrund der Corona-Pandemie zu diesem Zeitpunkt digital stattfinden musste, gelang es in diesem Jahr unter Beachtung aller aktuellen Corona-Bestimmungen die Veranstaltung in Präsenz in der sächsischen Landeshauptstadt stattfinden zu lassen.

Zum Auftakt wurde unser Verein sehr herzlich von Vertretern der Staatlichen Kunststammlungen Dresden, Frau Claudia Schmidt und Frau Astrid Köhler, im Kleinen Schlosshof des Dresdner Residenzschlosses empfangen und durch die aktuelle Sonderausstellung "Bellum et Artes" im Neuen Grünen Gewölbe geführt. Die für das Kernthema von Blue Shield besonders passende Ausstellung befasst sich mit der Entwicklung von Kunst und Kultur im Zuge des Dreißigjährigen Krieges.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen folgte die Mitgliederversammlung im Klemperer-Saal der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek (SLUB) - dankenswerter Weise durch Herrn Dr. Michael Vogel, Vertreter des Deutschen Bibliotheksverbands im Vorstand von Blue Shield Deutschland, ermöglicht und vorbereitet. Neben den protokollarischen Pflichten, wie der Vorstellung des Finanzberichts 2020 und der Entlastung des Vorstandes, berichtete der Vorstand abgeschlossene wie auch aktuelle Projekte des Nationalkomitees und diskutierte diese mit den anwesenden Mitgliedern. Dabei entstand trotz der weiten Sitzabstände - eine notwendige Maßnahme aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie - eine produktive Arbeitsatmosphäre, die die Lebendigkeit von Blue Shield Deutschland deutlich machte.

Besondere abgeschlossene Projekte waren unter anderem die Medienkampagne zu 50 Jahre UNESCO-Übereinkommen über Maßnahmen zum Verbot und zur Verhütung der unzulässigen Einfuhr, Ausfuhr und Übereignung von Kulturgut, die Übersetzung der ICCROM und UNESCO Publikation "Gefährdetes Erbe: Notfallevakuierung von Sammlungen" in die deutsche Sprache und die Wahlprüfsteine zur anstehenden Bundestagswahl 2021. Bei den neu initiierten Prozessen sind unter anderem die Publikationsreihe "Kulturerbe in Gefahr" zu nennen, die sich mit aktuellen Krisen in denen Kulturgut betroffen ist, auseinandersetzt, sowie das Kooperationsprojekt mit afrikanischen Blue Shield Nationalkomitees zur Förderung des dortigen Kulturgutschutzes, finanziell unterstützt durch das Auswärtige Amt.

Nach Abschluss der Mitgliederversammlung schloss nahezu nahtlos die öffentliche Nachmittagsveranstaltung "Die Konzeption Zivile Verteidigung - Eine Chance für den Kulturgutschutz" an, zu der im Vorfeld bereits viele Einladungen und Pressemitteilungen veröffentlicht wurden. Diese Veranstaltung, zu der vor allem interessiertes Publikum aus dem Raum Dresden erschien, begann mit drei Impulsvorträgen. Zuerst stellte Susann Harder, Präsidentin des Deutschen Nationalkomitees, Blue Shield, seine Aufgaben und Aktivitäten vor. Im Anschluss folgte Dr. Bernhard Preuss, Beauftragter für Kulturgutschutz nach der Haager Konvention am Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), mit der Vorstellung des BBKs und seiner Obliegenheiten im Bereich des Kulturgutschutzes und im Rahmen der Konzeption Zivile Verteidigung. Den Abschluss bildete der Vortrag von Kapitänleutnant Alexander Gatzsche vom German Institute for Defence and Strategic Studies (GIDS) an der Führungsakademie der Bundeswehr Hamburg zur aktuellen Lage des militärischen Kulturgutschutz in Deutschland und auf internationaler Ebene.

Im Anschluss der Vorträge folgte eine öffentliche Diskussionsrunde mit den Referenten und den anwesenden Gästen. In der Diskussion wurde die Runde durch Prof. Oberst i.G. Dr. Matthias Rogg, Leiter des GIDS und ehemaliger Direktor des Militärhistorischen Museums Dresden, erweitert. Es zeigte sich, dass die Frage des aktuellen Standings des Kulturgutschutzes im Katastrophen- und Verteidigungsfall innerhalb Deutschlands einen besonderen Fokus bekam. Daneben wurden auch Überlegungen laut, wie dieser auf unterschiedlichen Ebenen in der Gesellschaft gestärkt werden könnte. Fragen der Bedeutung der aktuellen Kulturgutdefinition, dessen Kennzeichnung und deren Auswirkungen auch in internationalen Konflikten wurden aufgeworfen und rege diskutiert. Den Abschluss des Abends bildete dann ein gemeinsamer Umtrunk in den Räumen der SLUB, der eine abschließende Gelegenheit für intensiven Austausch bot.